ef-skizze.jpg

von Edelardo Feinolini

Achtung, die Lifestyle-Ökos sind unter uns. Unter dem Namen LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainibility) wird jetzt neuerdings nach ethischen und ökologischen Regeln konsumiert. Das bedeutet: Wo früher der kleine „Eine Welt Laden” war, steht heute ein klotziger Basic-Markt, Nivea heißt jetzt Hauschka und beim Kauf eines H&M T-Shirts für 3,95 Euro wird auch schon mal kritisch hinterfragt, ob da nicht ein „Stück weit” Kinderarbeit in einer Höhle in Singapur im Spiel war. Allerdings ist diese „Bewegung” schon fest in der Hand des Konzern-Marketings und des Futurologen Matthias (Nostradamus) Horx, der aus der Metropole Kelkheim ja die größten Global-Trends identifiziert. Die Älteren unter uns erinnern sich; Horx entdeckte weiland auch die „Weißweinfraktion” (das aufgeklärte, kulturell hoch interessierte neue urbane Bürgertum).

Gegen Lifestyle of Health and Sustainibility ist im Grunde nichts einzuwenden, insbesondere im Textilbereich. Denn mit wachsenden Ansprüchen an Qualität, Ethik in der Produktion und Nachhaltigkeit können Prawda, Gucci, LV, Polo und alle anderen Fließband-Luxusproduzenten einpacken. Wenn sich hier der alte Spruch „Jute statt Plastik” durchsetzen würde, wären zahlreiche sogenannter Luxus-Produkte Ruck-Zuck verschwunden.

Und LOHAS hin und (jetzt Bio) Weißweinfraktion her: Die wahre Ware ist doch die von Slow-Wear favorisierte: Produkte, die unter europäischen und vernünftigen Maßstäben von gut ausgebildeten Fachleuten hergestellt werden. Waren, die nur aus Wolle, Baumwolle, Leinen, Leder und anderen Naturprodukten bestehen (die unter den gleichen positiven Bedingungen hergestellt werden) und die aufgrund ihrer Qualität und Verarbeitung lange Haltbarkeit gewährleisten.

Kurzum: statt mit Yussuf auf dem Markt darüber stundenlang zu diskutieren, ob die Äpfel auch vom Obsthof sowieso sind (der mit dem Demeter-Dings), lieber im kompetenten Fachhandel ein schönes Hemd aus händischer italienischer Produktion, oder einen Gürtel aus Obertshausen gekauft. Damit kommt Qualität in die Welt und die ästhetische Umweltverschmutzung wird zurück gedrängt.

Also auf die Konsumbarrikaden: Die KHIBQBF-Bewegung (Kaufen handgemachtes in bester Qualität beim Fachhandel) setzt sich in Bewegung, Qualitäts-Minderlinge aufgepasst, Völker hört die Signale, Horx, was kommt von draussen rein? Und die Weißweinfraktion an die Tresen.

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL