Gestern in Frankfurt: Achtlos laufen wir am vollgestellten Schaufenster des Schuh-Grossisten Görtz vorbei. Bei einem Zwangsstopp durch die in Frankfurt alle 250 Meter auf der Straße lagernden Musikanten fiel unser Blick auf die lieblos arrangierte Schuh-Rabatte hinter Glas. Was steht da? Vier Modelle von Edward Green. An sich ein hervorragender Hersteller, den wir immer für seine Fachhandelstreue gerne gesehen haben. Und nun das – wir also in den Laden, aufwärts zur sogenannten Exklusiv-Abteilung.

Hier reichlich Markennamen wie Lobb, Crockett & Jones und jetzt eben auch Edward Green. Verkäuferin ist freundlich, wird gnadenlos in ein Fachgespräch rund um die Schuhe von Edward Green verwickelt und ist – war eigentlich nicht anders zu erwarten – vollkommen ahnungslos. Nun könnte ja der Kunde für ein paar Schuhe um 800 Euro etwas mehr als das Anreichen des Schuhlöffels verlangen, aber mehr ist bei Görtz eben nicht drin, quasi cash and carry. Warum beliefert ein Hersteller, der in den besten Schuhgeschäften und Herrenausstattern Deutschlands vertreten ist, ein Kaufhaus, das viele Schuhe führt, aber über keine, wirklich gar keine, Beratungskompetenz im Highend-Segment verfügt? 300 Meter weiter verkauft Diehl & Diehl seit vielen Jahren kompetent, mit einem deutlich attraktiven Modell-Angebot und gerne auch nach Sonderwünschen die Schuhe aus Northhampton. Ob ihm diese Vertriebspolitik seine langjährigen Lieferanten wohl gefällt?

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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