Na Prima, Mr. Porter, ein Ableger von Net-a-Porter, ist jetzt auch in Deutschland online. Doch kann dieses Angebot unser textiles Universum bereichern? Wir finden: eher nicht. Die Website ist zwar schön und auch unterhaltsam, gute Texte, hochwertiges Bildmaterial und Features rund um Mode, Stil und Männer. Gibt’s aber auch schon an anderer Stelle.

Also schöner Rahmen, aber was macht Mr. Porter wirklich relevant? Rund 80 Marken sind bei Mr. Porter vertreten, darunter aber keine, die es nicht auch in einer Großstadt zu kaufen gäbe, oder in den immer zahlreicher erscheinenden Webshops der Hersteller. Warum also bei Mr. Porter einkaufen, vielleicht sogar einen Ralph Lauren „Purple Label“ Anzug für um die 4000 Euro bestellen? Klar, wer das Produkt kennt, bestellt in seiner Größe – beispielsweise eine Hose von Incotex – und bekommt das Teil dann zugeschickt. Im Fachhandel ist das Produkt aber auch flächendeckend verfügbar, eine Anprobe tut immer gut und die dazugehörigen Änderungen werden gleich vor Ort und hie und da auch kostenlos erledigt.

Das die Produkte in Seidenpapier verpackt geschickt werden ist schön, dieses „Highlight“ gibt es aber selbst bei yoox, deren Angebot ist aus unserer Sicht aber deutlich schlüssiger – weil Betonung auf Marke zu günstigem Preis.  Kurzum: die Vorteile von Mr. Porter bleiben uns verborgen, wir werden daher auch künftig unsere Anzüge im deutschen Facheinzelhandel kaufen und gelegentlich mal eine Geschichte bei Mr. Porter lesen.

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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