Langeweile am Sonntag (verregnet), da hilft nur die Leküre der Welt. Unter dem Titel “Wenn der Anzugträger zum Holzfällerhemd greift” mäandert sich unter den üblichen Verdächtigen auch B. Roetzel, der Franz Beckenbauer des deutschen Stils, durch einen enorm faden Artikel. Nirgendwo sonst dürfen wir uns an solchen Aussagen laben: “Die Menschen besinnen sich außerdem wieder mehr auf traditionelle gesellschaftliche Strukturen wie Familie und Ehe und suchen Halt darin. “Diese ganzen Bedürfnislagen spiegeln sich in der Mode wieder.” Das zeigt etwa die Vorliebe der Designer zu festeren Stoffen. Aber auch an den Kleidungsstücken, die er trägt: schmale Arbeiterhosen, schwere Stiefel, Jeans- und Karohemden, Daunenjacken oder Parkas.

Auch sprachlich ein Schmankerl: Kaum ein Hersteller hat nicht etwas davon in seiner aktuellen Kollektion – wie auch schon im vergangenen Jahr. “Es gibt nicht jeden Tag einen Paradigmenwechsel”, erklärt Müller-Thomkins das. “Was sich aber tatsächlich ändert, ist, dass diese Männlichkeit durch qualitativ wertigere Materialien und ein eleganteres Erscheinungsbild variiert wird.”

Ja, die Männlichkeit variiert durch qualitativ wertigere Materialien und ein eleganteres Erscheinungbild – oder bloß dadurch, dass sie sich keinen “Harten” redet, oder?

 

 

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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