Violetta Simon wettert in der SZ unter dem Titel „Kein Mut ist im Schuh“ über Träger farbiger Socken. Ihr Fazit „Dennoch – und gerade deshalb – ist die bunte Socke abzulehnen: Weil sie kein Statement ist. Sondern eine Teilzeit-Rebellion. Eine Botschaft, die nur sichtbar wird, wenn der bewegte Mann Ruhe gibt und eine sitzende Tätigkeit ausübt: “Schaut alle her”, sagt sie, “ich bin keck und wagemutig. Aber nur in bestimmten Situationen.” Ein Accessoire für Menschen, die gern würden, sich aber nicht so recht trauen. Sonst würden sie bunte Anzüge tragen.“

Die Socke ist tatsächlich grundsätzlich abzulehnen, bunte Anzüge sind das Metier von Thomas Gottschalk und die Erregung von Frau Simon können wir leider nicht teilen. Lächerlich ist natürlich, dass sich die stets unterirdisch freizeitbekleideten IT-Nerds in USA jetzt mit farbigen Socken zu Protestlern gegen die Anzug-Konventionen hochstilisieren. Hierzu mehr unter „A Foot in the Door in Silicon Valley

Aber: Farblich kontrastierende Kniestrümpfe sind nicht – wir zitieren Frau Simon: „Die schrillen Fußschlüpfer sind das letzte Abenteuer des domestizierten Mannes, ein Aufbäumen in einem uniformierten Umfeld, in dem das größte Zugeständnis an seine Risikofreudigkeit der Casual Friday ist“ – sondern einfach nur farbige Kniestrümpfe, ebenso ein möglicher individueller Akzent wie ein Einstecktuch (Kein Mut ist in der Brusttasche) oder eine Krawatte (Kein Mut ist am Hals), aber eben kein Grund zur Aufregung Violetta.

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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