Sehr fern der Heimat verfolgen wir mit Interesse die wichtigste innenpolitische Debatte: Die Haarverpflanzung von Jürgen Klopp. Dieses epochale Ereignis darf aus unserer Sicht nicht unkommentiert bleiben. Männer, die mit einem, wie auch immer verursachten, Haarverlust nicht zurechtkommen, sind hauptsächlich peinlich. In der langen Reihe von Toupet (vulgo:Fifi)-Trägern, Resthaarkünstlern (ReHaKü) und Haarverpflanzern ist kein Mann von Welt.

Horst Tappert, Jürgen Schneider und Rudolf Mooshammer sind als frisurentechnische Vorbilder untauglich. Ein Beispiel aus der Kunsthaarfraktion beweist die Sinnlosigkeit der behaarten Badekappe: Andre Agassi, der Jahrelang mit Perücke Tennis spielte,  hat haarlos deutlich an Profil gewonnen.

Aber die eigentliche Königsdisziplin der armseligen Männer wird von den Haarverpflanzern angeführt. Hier zuvorderst der Parvenü Berlusconi, mit Drathaar und maskenhaften Zügen. Die Frage, von welcher Stelle des Körpers Haar auf das lichte Haupt verpflanzt wird, gibt immer wieder Anlaß zu wilden Spekulationen, soll hier aber nicht weiter erörtert werden.

Nun also Herr Klopp, der mit seiner dämlichen Mütze offenbar kein Fashionstatement  abgab, sondern bloß die Glatze und die Folgen der haarigen Transplantation bedeckte.  Die Frisur, die wir jetzt haarklein in den Medien gezeigt bekommen, wirkt ein wenig, als hätte man Capelli d’angelo an das Haupt des Trainers getackert – vielleicht ein Hinweis auf einen baldigen Wechsel in die italienische Liga?

Uns stellt sich hier die Stilfrage: was geht in Männer vor, die mit dem natürlichen Verlauf ihrer Körperentwicklung nicht klarkommen? Und: ist das nicht dermaßen peinlich und ein Zeugnis von abwesendem Selbstvertrauen? Und: können die verpflanzten Haare womöglich grau werden, ein weiteres Problem für JK entstehen? Nach Lidkorrektur und einer kleinen Lippenunterspritzung wird Klopp als das legitime Pendant zur Harald Glööckler endlich Bundesliga-Geschichte schreiben. Früher waren Fußballer übrigens richtige Männer.

Für die anderen unter uns, sollte der Umgang mit zurückweichendem Haupthaar ein etwas entspannterer sein. Es gilt: Das kluge Haar verlässt den Kopf.

 

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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