Im Vorfeld des CL-Finales kommt es ja zu allerlei hysterischen Auswüchsen. Motto: alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Nun lesen wir in einer Beilage der FAZ unter dem Titel: „Aus Liebe zum Verein – und zum guten Geschmack“ ein paar Einlassungen von wenig kopfballstarken Fußball- und Stilexpertinnen wie der Modeberaterin Sonja Grau (Desingeschichte geschrieben, weil Grauschleier erfunden) und der „Stilberaterin“ Ines Meyrose (nicht erschrecken beim Öffnen des Blogs).

Wir zitieren aus der ersten Halbzeit des Kreisklasse-Artikels: „ Stillvoll kombiniert sei Fanmode sogar etwas fürs Büro (… sagt Frau Grau)“, dazu ergänzt Frau Meyrose: “Ein Trikot geht nicht. Aber ich finde es in Ordnung, wenn ein Fan in einem T-Shirt in das Büro kommt – vor allem, wenn alle wissen, sein Verein hat besonders gut gespielt oder einen besonderen Sieg errungen.“

Auf wohlfeile Klischees zum Thema Frauen und Fußball verzichten wir als wahre Sportsmänner und widmen uns der Sache. Zwei Punkte:

Fanmode und Stil sind im Büro (wie eigentlich auch außerhalb von Stadien bei Erwachsenen über 18 Jahren) wohl Antagonisten.

Ein Fan, der sich bekleidungstechnisch zu seinem Verein nur bei Siegen bekennt, ist kein Fan sondern ein verkleideter Opportunist.

Frau Meyrose geht mit ihren Stil-Flanken im zweiten Teil der niveaulosen Partie noch weiter, sie empfiehlt darauf zu  achten, dass der Shirtstoff nicht aus glänzendem reinen Polyester besteht. Und, jetzt kommt’s, „tragen Sie keine Sneaker, sondern Anzugschuhe.“ Meyrose, die 1972 Torhüterin beim FC Ottendorf-Okrilla war (Sie galt quasi als Joseppa Maier des Ostens), verschießt jetzt auch noch den entscheidenden verbalen Strafstoß: „Ein Trikotshirt zu einem dunklen feinen Anzug geht ausnahmsweise Mal.“

Für uns allerdings nur bei der Beerdingung des guten Geschmacks oder beim Abschiedspiel von Grau/Meyrose.

 

 

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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