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In der FAZ schreibt Jennifer Wiebking unter dem Titel „Das Volk der Schnäppchenjäger“ über die Gründe, warum sich trotz nationaler Konsumlaune der deutsche Kunde nicht mehr so richtig für Bekleidung jenseits der Billiganbieter oder der Schlussverkäufe erwärmt. Dabei geht es nicht nur den geilen Geiz, sondern auch darum, dass die Hersteller und Verkäufer eigentlich nix spannendes zu erzählen haben, wie auch schon Jürgen Wolf an dieser Stelle analysierte. Dazu kommen dann noch „Marken“, die nicht mehr für die einst so geschätzte Markenqualität, sondern nur noch für Labels stehen.

Diese Erkenntnis macht auch nicht vor den Verkäufern hochpreisiger Herrenbekleidung halt, denn auch hier kommt die PT sowieso Hose gerne aus Rumänien (nach unserem Atlas gibt es hier keinen Ort Namens Torino), wo sie sicher nicht aus Gründen höherer handwerklicher Qualität gefertigt wird. Aber auch das Maßhemd aus Neapel ist oft genug nachlässig verarbeitet – was der Händler unseres Vertrauens mit einem Augenzwinkern und dem Verweis auf die italienische Mentalität zu erklären sucht – bei einem Preis von 350 Euro kein überzeugendes Argument. Kurzum: Wo die Verkäufer weder für reizvolle und begehrliche Produkte noch für die Qualität ihrer Lieferanten garantieren können, sucht sich der Kunde eben andere Waren oder Kanäle, entweder den Schlussverkauf, das Outlet, Ebay oder einen der unzähligen Onlineshops.

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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