fjr

Zum Gedenken an Fritz J. Raddatz, für den Sprache zeitlebens der Maßanzug für das Gedachte war, ein Auszug aus dem Schriftverkehr mit der FAZ:

Raddatz antwortete (per Mail!): „Da Sie in Ihrer Anfrage von ,Stilfragen‘ sprechen, liegt mir daran zu betonen: Ich möchte kein Gespräch führen, das sich auf Manschettenknöpfe, Messerbänkchen oder die widerwärtigen Sandalenträger beschränkt. Stil ist für mich ein durchaus erweiterter Begriff und schließt selbstverständlich die weit verbreitete Stillosigkeit mit ein: Darunter verstehe ich sowohl die Verkommenheit der Sprache (vor allem im Journalismus) als auch soziale Stillosigkeit; etwa dass der Milliardär Gerd Bucerius sich zeitlebens weigerte, für seine Redakteure eine Altersversorgung einzurichten, oder dass Helmut Schmidt – seine Sicherheitsbeamten wie persönliches Personal behandelnd – sie etwa kürzlich nach einer internationalen Konferenz ,Rollt mich hier raus‘ anblaffte, als seien sie der Pflegedienst; noch dazu per Domestikenduzerei. Wenn wir uns über diese inhaltliche Skizzierung einigen könnten, stehe ich zur Verfügung. Zum Technischen: Ich reserviere in meinem Kalender Freitag, den 17. August, 16.00 Uhr und möchte Sie bitten, im Hamburger Grand Hotel Elysée, wo ich bisher alle meine Interviews führte, ein entsprechendes Konferenzzimmer mit Raucherlaubnis auf F.A.Z.-Kosten zu reservieren.“

Zum Hintergrund noch ein kleines erbauliches FAZ Interview mit Raddatz  aus dem Jahr 2012. Thema: “Stil braucht Lässigkeit

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL