Die erste Box von FATTOBENE gibt es nur bei uns. FATTOBENE (gut gemacht) ist ein modernes Kompendium hochwertiger italienischer Alltagsprodukte, die schon seit Generationen in der gleichen Art und Weise hergestellt werden.Über Anna Lagorio und ihr schönes Projekt FATTOBENE haben wir bereits berichtet. Jetzt ist die erste Edition auch in Deutschland erhältlich. Zum nahenden Fest eine schöne Überraschung für Designliebhaber, Italienversteher, Kleberfans, Seifennutzern, Handtuchnutzer, Notizbuchfreunde und olfaktorisch interessierte Menschen. Die Geschichten hinter den Produkten:

Coccoina
Klebstoff mit Mandelaroma. Balma Capoduri & C. Voghera (Pavia), seit 1927

Klebstoff in Glasbehältern war in Frankreich im vorigen Jahhrundert äußerst populär. Der italienische Geschäftsmann Aldo Balma ging noch einen Schritt weiter, um seine Wettbewerber zu überflügeln: er erfand eine unzerbrechliche Aluminiumdose mit einem Pinselhalter in der Mitte und fügte seinem Klebstoff auch noch einen Duft von Mandeln hinzu. So entstand ein Produkt, das sich sofort in das kollektive Gedächtnis pappte. Der Universalkleber wird auf der Basis von Kartoffelstärke mit Glycerin und Mandelessenz gefertigt. Danach ruht die Paste einen Monat in den Dosen und ist dann einsatzbereit.  Sollte ein Löffelchen des Klebers versehentlich in einen Magen gelangen, besteht kein Anlaß zur Besorgnis, das Produkt ist frei von Giftstoffen.
Empfohlene Lektüre :
Cuts Outs:
Henri Matisse. Drawing with Scissors, Taschen, 2014
Henri’s Scissors, Jeannette Winter, Beach Lane Books, 2013

Carta Aromatica D’Eritrea
Raumduft Piacenza, seit 1927

Die Geschichte der Raumdüfte begann im 19. Jahrhundert als Europa vom Hype der “Geruchstherapie” erfasst wurde. Ärzte waren damals überzeugt von einer Verbindung der Nase mit verschiedenen Organen. Auch die Begasung mit Aromen wurde häufig eingesetzt, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Seeleute verbrannten auf ihren Schiffen eine Mischung aus Essig und Schießpulver und Krankenhäuser reinigten ihre Räume mit Rauch aus Wacholder und Rosmarin. Ein Apotheker aus Piacenza, Vittoriano Casanova, entwickelt nach einer Reise durch Eritrea und Somalia seine eigene Therapie-Mischung. Er studierte die reinigenden Düfte in Palästen und Krankenhäusern und brachte bisher unbekannte Extrakte, Moschusarten und Harze nach Italien. Casanova experimentierte mit rund 30 Essenzen die er trocknete, malte und anschließend in Alkohol einlegte. Nach einigen Wochen wurde die Mischung auf Löschpapier gegossen, das anschließend geschnitten und nach der Trocknung zu kleinen Büchern verarbeitet wird. Auch heute noch wird das Duftpapier Carta Aromatica D’Eritrea nach dem gleichen Prinzip gefertigt: Ein Buch besteht aus 24 vorgeschnittenen Streifen die zwischen Wäschestücke gelegt, verbrannt oder im Auto als Wunderbaum-Ersatz genutzt werden können.
Suggested reading:
Aroma: the Cultural History of Smell, Routledge, 1994

Lanificio Leo Handtuch
Handtuch mit Fischgrat-Muster, Lanificio Leo, Soveria Mannelli (Catanzaro), seit 1873

Im 19. Jahrhundert war Weben reine Familiensache, jeder Haushalt besaß einen Webstuhl und die Frauen produzierten darauf Stoffe für alle Jahreszeiten. Als die Brüder Antonio und Giuseppe Leo 1873 den ersten mechanischen Webstuhl nach Carlopoli brachten, löste das “60händige Monster” erhebliches Mißtrauen aus. Davon wenig beeindruckt produzierten die Leos im Erdgeschoß ihres Hauses mit der von Eseln angetrieben Maschine. Wachsende Nachfrage machte die Suche nach neuen Enegiequellen nötig, so zog das Unternehmen nach Corzano und Binche, wo man Energie aus den benachtbarten Flüßen gewann. Als die Elekrizität nach Kalabrien vordrang, war der endgültige Firmensitz in Soveria Mannelli gefunden. Hier enstand ein Zentrum der Wolle verarbeitenden Industrie, das nach dem Ende des zweiten Weltkriegs nach Mailand oder Turin abwanderte. Die Leos sind die einzige noch funktionierende Weberei an diesem Standort. Der heutige Chef, der Architekt Emilio Leo, verarbeitet ausschließlich die hochwertigsten Garne auf seinen Maschinen aus dem vorigen Jahrhundert. Mit dieser “mechanischen Anarchie” enstehen einzigartige Stoffe in modernem Design mit einem Hauch Geschichte.

Tassotti Notizbuch
Notizbuch mit quadratisch gemustertem schwarzen und gelben Papier Bassano del Grappa (Vicenza), seit 1957

Im Jahr 1657 eröffnete Antonio Remondini ein Stoffgeschäft in Bassano del Grappa, nebenbei besserte er die Kassen mit dem Verkauf von Heiligenbildern auf. Diese gedruckten Bilder zum Schutz von Häusern oder Ställen waren schnell ein Verkaufsschlager, Remindini wurde Drucker und erschloß sich internationale Käufer. Im 18. Jahrhundert sind die Remondinis eine Weltmarke und bschäftigen über 1000 Mitarbeiter mit der Herstellung von Atlanten, Tapeten, illustrierten Büchern und beliebten Spielen. Die Geschichte der Remondinis wurde von Giorgio Tassotti wiederbelebt, der Teile der ikonografischen Remondini Kollektion wieder aufgelegt hat. Seine Druckerei in Bassano zählt international zu den besten Adressen für Papier und Schreibwaren.

Reseda Seife
Seife für empfindliche Haut, Valobra, Genua, seit 1903

Am Ende des 18. Jahrhunders galt die Riveriera zwischen Portofino and Marseille als Herkunftsort für die besten Seifen der Welt. Seifenmacher siedelt sich hier in Scharen an, denn die Rohmaterialien Olivenöl, natürliches Soda und Asche von Meerespflanzen waren hier in höchster Qualität verfügbar. Virgilio Valobra nutzt auch heute noch die traditionelle Methode der Seifenherstellung: nach dem Kochen werden die Seifenflocken für sechs Monate zum trocknen gelegt –  dabei wird der Wassergehalt minimiert und die Produktqualität maximiert. Danach werden die Seifenflocken mit hochwertigen Zusatzstoffen wie Essenzen, Vitaminen und Parfüms veredelt und anschließend werden die Seifenstücke von Hand geschnitten und mit dem Firmenstempel markiert. Dies Seife sollte trocken gelagert werden wenn sie nicht benutzt wird. Die Lagerung schadet nicht, sondern führt zu einer Verbesserung der Qualität und Haltbarkeit.

 

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