Paisley zählt heute zu den ältesten Mustern in der Textilwelt. Seine Geschichte lässt sich bis ins 3. Jahrhundert nach Persien zurückverfolgen. Mango, Blumenstrauß, Zypressenbaum, die Knospe der Dattelpalme oder Pantoffeltierchen – das Paisley-Muster läßt viele Interpretationen zu. Historiker nehmen an, dass es sich bei dem tropfenförmigen Muster um das zoroastrische Symbol für Leben und Ewigkeit handelt. Vor allem im Iran und in Usbekistan ging die Verwendung des Musters über den textilen Bereich hinaus und umfasst Architektur, Malerei, Schmuck, Bildhauerei, Töpferei und Gartengestaltung.

Die East Indian Company importierte Paisley-Soffe im 17. Jahrhundert nach Europa. Als die Nachfrage das Importvolumen überschritt, begann später die Herstellung auf europäischem Boden: In Frankreich gab es zu der Zeit bereits Textildruck-Manufakturen, die ausschließlich Paisleymuster produzierten. Mit dem Einsatz des günstigeren Textildrucks wuchs die Paisley-Produktion auch in den folgenen Jahrzehnten stetig weiter, hier überwiegend in der schottischen Stadt Paisley, die für den heutigen Name des Musters steht. Die englische Königin Victoria war ein Paisley-Fan und sorgte als frühe Mode-Influencerin im 19. Jahrhundert für einen Paisley-Run.

Um die 1970er Jahre kam Paisley wieder groß in Mode. Neben den Hippies, die sich grundsätzlich für alles indische und psychedelisch anmutende begeistern konnten, war es Gimmo Etro, der von einer Indienreise antike Stoffmuster mitbrachte und damit die Marke Etro gründete. Heute ist das Paisley-Muster als zeitloses und insprierendes Motiv immer noch in vielen textilen Bereichen – von der klassischen Krawatte bis zum Esoterik-Outfit – im Einsatz.

 

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