Die SEESTRASSE7 ist seit jeher auch ein Hort der Andacht an den großen Donald Duck. Oft werden wir dafür belächelt, aber die Unkenntnis der wahren Leistungen dieses gefiederten Zeitgenossen bringt uns nicht vom Weg der Verehrung ab. Denn Donald Duck hat in den 1930er Jahren die italienische Schneiderkunst erst zu dem gemacht, was sie heute vorgibt zu sein.

Nach seiner Emigration aus Entenhausen zog es den gelernten Entenschneider in die Modemetropole Mailand, wo heute noch die Via delle Ducka an sein Schaffen gemahnt. Der talentierte Unternehmer Duck setzte mit seinen sartorial gefertigen Matrosenanzügen zu einem ungeahnten wirtschaftlichen Höhenflug an.

Er diversifizierte sein Imperium schnell mit Marken wie Ducci, Duckonelli, Duckolini oder Duckentino. Ducks “Fatto a ala” erlangte in kurzer Zeit Weltgeltung – sehr zum Leidwesen der italienischen Ureinwohner, die das “Fare una bella Figura” nicht gegen Ducks “Fare una bella Anatra” tauschen wollten. Nach der Etablierung der internationalen Herrenmodemesse “Ducki Uomo” in Florenz wurde der talentierte Erpel Opfer verschiedener Intrigen (Anatra-Krise). Duck wurde enteignet, seine Betriebe an italienische Geschäftsleute verkauft. Verbittert zog sich Duck auf seine Farm in Afrika zurück, wo er als “Ducktari” für seinen Einsatz für Mensch und Tier bekannt wurde.

Seine Leistungen werden in Italien bis heute verschwiegen, Retro-Enten wie Dulce und Gansana, oder die Geschwister Ducki und Donaldtella Versace sind lediglich Epigonen eines unerreichten Meisters. Die ehemalige “Ducki Uomo” hat sich als Pitti Uomo zu einem Ort der eitlen Selbstarstellung drittklassiger Branchenprotagonisten (Uccelaccio) gewandelt. An Donald Duck erinnern heute nur Comics und Merchandiseartikel. Die Firma Gucci (ehemals Ducci) hat nun die dunkle Seite ihrer Geschichte von Historikern aufarbeiten lassen und erinnert mit einer textilen Homage an ihren Gründer.

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DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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