“Wir werden von einem fremden Planeten angezogen!”
(Lieutnant Uhura)

Über die Irrungen und Wirrungen der Mode zu diskutieren ist grundsätzlich überflüssig, denn Kreativität ist an sich eine feine Sache. Falls nur Schwachsinn dabei raus kommt, ist der Mantel des Schweigens das geeignete Accessoire. Allerdings ist Schwachsinn, wenn er wirtschaftlich so erfolgreich ist wie das Kickstarter-Projekt “RompHim” zumindest eine genauere Betrachtung wert. Die Geschichte geht so: ein paar Uni-Freunde entwickeln in “endless” Stunden einen Meilenstein der Männerbekleidung: den RompHim, eine Mischung aus Jumpsuit und Strampelanzug für den Mann. Zu Finanzierung dieser Idee wird eine Kickstarter-Kampagne initiiert, die bis heute (21. Mai) rund 360.00 Dollar eingefahren hat.

Uns ist viel an dem Thema Humor und Individualität in der Herrenbekleidung gelegen, hier allerdings hört der Spaß auf. Wenn Männer in Strampelanzügen auftreten, dann ist das nicht die geistreiche Gegenbewegung zu den “harten” Großstadt-Bartträgern in Workwear und Military-Vintage-Aufguß, sondern einfach nur ein Schritt zu vollständigen Infantilisierung auf textilem Spring-Break-Niveau. Was kommt danach? Erwachsenenwindeln in Raw-Denim, Penaten-Bartöl, Schnuller als Intimschmuck?

Selbst die oft als letztes Aufgebot zitierte Stilikone James Bond sieht in dem romperesken Frotee-Badeleibchen (Goldfinger) eher lächerlich aus:

Sean Connery Shirley Eaton with author Ian Fleming on the set of the film Goldfinger, 1964. ©CSFF/RDA/Everett Collection (00048900)

DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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