Der Fotograf Peter Keetman lebte über 40 Jahre an der Seestraße in Breitbrunn am Chiemsee. Peter Keetman wurde 1916 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Sein Studium absolvierte er von 1935 bis 1937 an der Bayerischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München und schloss es mit der Gesellenprüfung ab. Seit den 1950er Jahren arbeitete Keetman mit den Gebrauchsgrafikern Michael Engelmann und Rainer Michelfelder unter dem Namen werbeform zusammen. „Eine Woche im Volkswagen-Werk“ aus dem Jahr 1953 ist eines seiner bekanntesten Werke. Von den 1960er Jahren an bis 2004 entstanden noch weitere Fotostrecken zu Themen wie Licht, Bewegung und auch Naturstudien. 2005 starb Peter Keetman in Marquartstein.

In der Versicherungskammer Kulturstiftung in München wird die Ausstellung „Peter Keetmann – Gestaltete Welt – ein fotografisches Lebenswerk“ vom 31.05. – 10.09.2017 gezeigt. Die Ausstellung zeichnet nicht nur Keetmans fotografische Laufbahn nach, sondern dokumentiert gleichzeitig die vielgestaltige Karriere des Mediums Fotografie zwischen freiem künstlerischem Schaffen und angewandter Arbeit. Mit rund 360 Exponaten stellt die Ausstellung in neun Kapiteln Keetman als jungen Wilden der stilbildenden Gruppe fotoform vor. Sie zeigt ihn aber auch als einen der innovativsten und poetischsten Fotografen der Nachkriegszeit, der in seinem umfassenden Oeuvre Natur- und Bewegungsstudien, fotografische Experimente, Industriefotografie und angewandte Arbeit miteinander verband.

Das Werk Peter Keetmans steht heute exemplarisch für die fotografische Nachkriegsmoderne Deutschlands. Seinen Ausgang nimmt dieses Werk in der gestaltlosen und fragmentierten Welt, in den Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, aus dem Keetman als Invalide heimkehrte. Die große Originalität und Kraft Keetmans lag darin, diese Wirklichkeit fotografisch neu und konstruktiv gestalten zu wollen, indem er zwei zentrale Strömungen dieser Jahre zusammenführte: Dies war zum einen der modernistische Wille zur Form, zum Experiment und zur Abstraktion, zum anderen die Hinwendung zur Welt, zum Wiederaufbau und vor allem zur Natur, bis hin in ihre elementarsten Bauteile.Am Ende der Ausstellung steht „Keetmans Garten“, die Landschaft des Chiemgaus als Ruheort und Inspirationsquelle dieses außerordentlichen Fotografen.

Viele Bilder hier: http://fcgundlach.de/de/Peter-Keetman-Archiv

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DAS UNABHÄNGIGE FORUM FÜR INDIVIDUALITÄT, EIGENSINN UND STIL
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